Wohnen ist weiblich

Bei Immobilienkauf und Einrichtung haben meist die Frauen das Sagen

Die meisten Kaufentscheidungen in deutschen Haushalten werden von Frauen getroffen. Und das gilt nicht etwa nur für Kleidung und Lebensmittel, sondern auch im Immobilienbereich:

In Deutschland entscheiden zu etwa 60 Prozent die Frauen darüber, welche Immobilie die Richtige ist. Dies besagt eine Studie der Deutschen Bank. „Frauen sind die wahren Entscheider beim Eigenheimerwerb“, bestätigt Jürgen Michaels Schick, Vizepräsident der Branchenvereinigung Immobilienverband Deutschland (IVD). Selbst wenn der männliche Partner bei der Erstbesichtigung Interesse am Objekt signalisiere, sei dies noch kein Garant für einen Kauf: missfällt der Frau bei der Zweitbesichtigung das Haus, ist der Deal sofort geplatzt“, so Schick.

Klug ist es, dem Urteil der Partnerin bei der Nestsuche zu vertrauen. Frauen erfassen intuitiv, ob eine Immobilie für das Alltagsleben taugt und gehen dabei durchaus pragmatisch vor: Wie lang ist der Weg von der Küche zur Essecke? Passt der Wäschetrockner ins Bad? Währenddessen achten Männer eher auf die technische Ausstattung, checken die Steckdosen und schauen, wo der W-LAN Router stehen kann. Außerdem bevorzugen Männer großzügige und repräsentative Immobilien. Die Entscheidung fällt dann aber meist doch auf das überschaubarere Heim, weil ihre Frauen einkalkulieren, dass jeder zusätzliche Quadratmeter mehr Reinigungsaufwand bedeutet.

Noch ungleicher sind die Rollen verteilt, wenn es um die Inneneinrichtung geht. Frauen setzen beim Möbelkauf gerne ihren Willen durch. Diesen Schluss legt zumindest eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid nahe. Knapp 60 Prozent entscheiden nach eigener Aussage allein wie die Einrichtung aussehen soll. Immerhin 35 Prozent entscheiden gemeinsam mit dem Partner. Über Gestaltung und Dekoration des neuen Heimes.

Wenn es um die Preisverhandlungen und Fragen der Finanzierung geht, überlassen die Frauen ihren Partnern jedoch gerne das Feld. Doch der erfahrene Makler weiß: Hat die Partnerin sich definitiv für ein Objekt entschieden, dann hat der Immobilienverkäufer gute Chancen, seine Preisvorstellungen durchzusetzen, denn: Drohungen, das Kaufangebot zurückzuziehen, um den Preis zu drücken, werden dann nicht mehr so ernst genommen.

Quellen: welt.de, focus.de, vonovia.de

Category: Fachbeiträge

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